Die Menstruation und ihr Eisenausgleich

Menstrua cogunt Ferrum – Die Menstruation fordert den Eisenausgleich. Seit der Mensch existiert, gibt es die Menstruation. Seit dann gibt es auch den weiblichen Eisenmangel. Seit Hunderten von Jahren versuchten die Mediziner, den Frauen das ihnen fehlende Eisen (zurück) zu geben – sei es in Form spezieller eisenhaltiger Säfte, Bluttrinkkuren oder eisenhaltiger Tabletten. Diese Bemühungen waren leider nur selten von Erfolg gekrönt, weil der Körper geschlucktes Eisen nur in kleinen Spuren aufnimmt und den grössten Teil über den Darm wieder ausscheidet. Nur etwa ein Zehntel wird aufgenommen – viel zu wenig, um den menstruellen Eisenverlust auf nachhaltige Weise auszugleichen.

Nach Tausenden von Jahren mehrheitlich erfolgloser Eisentherapien gelang endlich der entscheidende Schritt. Erstmals konnten vor etwa hundert Jahren Eisenpräparate in flüssiger Form zur intravenösen Verabreichung hergestellt werden. Es handelt sich wahrscheinlich um den grössten Durchbruch in der Medizingeschichte überhaupt. Erstmals war es möglich, die „Eisenmangelpandemie“ ein für allemal auszurotten. Denn es konnte deutlich nachgewiesen werden, dass intravenöse Eisentherapien signifikant wirksamer und verträglicher als geschluckte Eisenpräparate und meistens heilsam sind. Diese Erkenntnis wurde 1957 an der Universitätsklinik Innsbruck publiziert, wo das Eisenmangelsyndrom erstmals beschrieben wurde. Es handelt sich um das Frühstadium von Eisenmangel mit seinen typischen Symptomen. Allerdings konnten sich damals weder das Eisenmangelsyndrom noch die erfolgreiche intravenöse Therapie durchsetzen. Genau so geschah es 1971 an der Charité Universitätsmedizin Berlin, wo die Innsbrucker Erfahrung mehr als bestätigt wurde. Es erschien damals sogar ein Berliner Lehrbuch darüber. Trotzdem wurde die frühzeitige und wirksame intravenöse Eisentherapie in der Folge von der Schulmedizin aber systematisch tabuisiert, sodass Eisenmangelpatienten während Jahrzehnten kein Eisen erhielten und deshalb unnötig leiden mussten und auch heute noch müssen – global gesehen fast die halbe Menschheit, ausser in der Schweiz. Hier entstand die Eisenbewegung.

1998 wurden das Eisenangelsyndrom und die wirksame intravenöse Eisentherapie in Basel wiederentdeckt. Nach einer siebenjährigen Konzeptentwicklung für Diagnostik, Therapie und Prävention von Eisenmangel (Swiss Iron System SIS) wurden 2005 ein Netzwerk von ausgebildeten Ärztlichen Eisenzentren errichtet und 2007 die Swiss Iron Health Organisation SIHO gegründet. Aufgrund einer wachsenden multizentrischen Datensammlung zur Korrelation zwischen Eisen und Gesundheit gelang es, wegweisende Erkenntnisse zu gewinnen und auch zu verbreiten. Die wichtigste Erkenntnis von SIHO ist: Frauen und Kinder mit Eisenmangelsymptomen brauchen gleich viel Eisen wie erwachsene Männer, um ohne Mangelsymptome leben zu können. Frauen und Kinder haben aber von Natur aus etwa achtmal weniger Eisen an Bord als erwachsene Männer. Deshalb leiden vor allem sie an Eisenmangel.

SIHO als Eisenbefürworterin ist nicht damit einverstanden, dass Frauen wegen ihrer Regelblutung unter Eisenmangel leiden müssen. Deshalb wurde in der Schweiz der intravenöse Eisenausgleich eingeführt. Die Schweizer Ärzte und Patientinnen haben gelernt, die Menstruation zu achten und ernst zu nehmen mit allen ihren Konsequenzen. Sie wissen Bescheid darüber, dass die Gebärmutter immer wieder im Mondrhythmus Schleimhaut, Blut und Eisen hergeben muss. Schleimhaut und Blut kann der Körper wieder bilden. Eisen nicht. Die Ärzte wissen zwar auch nicht, weshalb dies sein muss, aber sie respektieren diesen Umstand und geben den Frauen, die unter Eisenmangelsymptomen leiden, in erster Linie das ihnen fehlende Eisen. Die meisten Eisenmangelfrauen werden gesund und erhalten durch den Eisenausgleich „ihr Leben zurück“. So gibt es die lebendigen Frauen und gesündere Menschen für geringere Kosten.

Finden Sie mehr Information und Links zum Thema Eisenmangel unter www.eisenmangel.org